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Sprachtherapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen

Häußinger, C. (2016): Sprachtherapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen – Die Wort-S(ch)atz-Lupe. 1. Auflage. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH. 156 Seiten, 49,99 €.
Mit ihrem Buch „Sprachtherapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen“ bietet die Autorin eine verständliche Einführung in die semantisch-lexikalische Therapie bei hörgeschädigten Kindern im Vorschul- und Schulalter. In fünf umfassenden Kapiteln werden der physiologische Spracherwerb, Sprachentwicklungsstörungen und –verzögerungen, Diagnostik und Therapie semantisch-lexikalischer Störungen und die Methode der Wort-S(ch)atz-Lupe dargestellt. In den ersten beiden Kapiteln wird mit Blick auf das im weiteren Verlauf vorgestellte Therapiekonzept verständlich auf die allgemeinen Grundlagen von Semantik und Lexikon eingegangen. Dargestellt werden mögliche Einflussfaktoren, Ursachen und Auswirkungen von Sprachentwicklungsstörungen und –verzögerungen auf die Lautsprachentwicklung. Im Kapitel Anamnese und Sprachdiagnostik findet der Leser sowohl eine Auflistung aktueller, normierter Diagnostikverfahren als auch für die Praxis hilfreiche Erläuterungen zu deren Anwendung und besonderen Interpretation bei hörgeschädigten Kindern. Ein eigener Anamnesebogen mit 16 Fragen zu den Bereichen Hörschädigung, Familie und soziales Umfeld und Ressourcen des Kindes ergänzt das Kapitel stimmig.Der Hauptteil des Buches stellt das Konzept der Wort-S(ch)atz-Lupe vor. Zu Beginn des Kapitels werden Rahmenbedingungen und allgemeine Prinzipien beschrieben und anwendungsorientiert erläutert. Im Anschluss wird die eigentliche Methode vorgestellt. Die Themen und Materialien werden nicht nur theoretisch beschrieben, sondern durch anschauliche Erläuterungen, die eine Anwendung der Methode erleichtern, untermauert. Die Darstellung von Fallbespielen kombinieren die theoretisch erlernten Inhalte mit Erfahrungen aus der eigenen therapeutischen Praxis. Zu dem vorgestellten Therapieansatz liegen leider bisher keine ausreichenden Evidenzen vor. Das gesamte Bildmaterial zu den Therapiebausteinen ist als Kopiervorlage am Ende des Buches zu finden.Insgesamt bietet das Buch einen soliden Überblick über die Grundlagen zum Spracherwerb bei hörgeschädigten Kindern und ermöglicht es dem Leser auf leichtem Weg, auch ohne spezielles Vorwissen, sich vor dem Hintergrund aktueller Fragenstellungen, in die Methodik der semantisch-lexikalischen Sprachtherapie einzufinden und diese anzuwenden.

Vertr.Prof.in Dr. phil. Vanessa HoffmannStudiengangsleitung Health Care Studies Fachbereich Gesundheit und Pflege

Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern

Marc Schmidt (2014): Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern. Ernst Reihhardt Verlag, München; Preis: 29,90€

Dieses Buch erschien in der Reihe „Praxis der Sprachtherapie und Sprachheilpädagogik“ des Ernst-Reinhardt-Verlages und tatsächlich ist es ein praxistaugliches Werk zur Unterstützung der logopädischen Behandlung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache. Die theoretischen Grundlagen und Fachbegriffe zum mehrsprachigen Spracherwerb werden zu Beginn nur überblicksartig behandelt. Eigentliches Ziel des Buches ist die Darstellung eines vom Autor entwickelten Therapieansatzes für diesen Bereich.Basis dessen ist das Konzept der Kontextoptimierung bei syntaktisch-morphologischen Störungen von Hans-Joachim Motsch. Auch Schmidt sieht die Hauptaufgabe der Sprachtherapie mehrsprachiger Kinder in der Anbahnung der wichtigen Meilensteine der Grammatikentwicklung wie Subjekt-Verb-Kongruenz und Verb-Zweitstellung im Hauptsatz sowie Kasusmarkierung und Nebensatzbildung mit Verbendstellung. Er erarbeitete dafür seine Methode der „Kontrastoptimierung“, bei der die syntaktisch-morphologischen Besonderheiten der Muttersprache der Kinder aktiv einbezogen und denen der deutschen Sprache gegenübergestellt werden. Mithilfe selbst erarbeiteter Schaubilder, Satzvergleiche, Spiele und Übungen wird den Kindern damit der Kontrast zwischen beiden Grammatiken bewusst gemacht. Die Vorgehensweise ist dabei sehr strukturiert und im Buch auch gut verständlich dargestellt, erfordert vom Kind jedoch eine gewisse metasprachliche Bewusstheit, was die Anwendungsmöglichkeiten bei jüngeren Kindern meiner Meinung nach einschränkt.Damit die „Kontrastoptimierung“ auch von TherapeutInnen angewendet werden kann, die keine Kenntnisse über die Muttersprache ihrer Patientenkinder haben, analysiert Marc Schmidt im 2. Kapitel seines Buches sehr ausführlich und hochinteressant die Grammatiken der romanischen Sprachen Französisch und Portugiesisch, der slawischen Sprachen Russisch und Polnisch sowie des Türkischen und stellt diese beispielhaft der deutschen Grammatik gegenüber. Hier bekommt man eine wichtige Quelle von Wissen zur Verfügung gestellt, die die Therapie mit mehrsprachig aufwachsenden SSES-Kindern unglaublich bereichert. Einziger Nachteil des Ganzen sind all die anderen Sprachen, mit denen wir im therapeutischen Alltag konfrontiert sind und die im Buch nicht analysiert werden konnten. Eine Gegenüberstellung der Regeln des Deutschen mit einer der TherapeutIn unbekannten Sprache (der Rezensentin begegnete Sprachen waren z.B. Vietnamesisch, Chinesisch und Arabisch) ist eigentlich nicht möglich und verhindert damit die Anwendung der Therapiemethode.Da der Schwerpunkt des Buches auf der Therapie grammatischer Probleme beim Zweitspracherwerb liegt, werden phonologische und semantisch-lexikalische Therapieinhalte nur wenig behandelt. Diese stellen die TherapeutInnen jedoch erfahrungsgemäß auch vor deutlich weniger Schwierigkeiten.Erwähnt sei noch ein sehr wertvolles Kapitel, welches sich an Eltern, Lehrer und Erzieher mehrsprachig aufwachsender Kinder richtet und sehr ausführliche und nützliche Hinweise zum Sprachlehrverhalten und für die Sprachförderung bietet.Insgesamt ein sehr verständliches und nutzbringendes Werk über einen hochinteressanten Therapieansatz, den man für Kinder mit den im Buch dargestellten Muttersprachen gut anwenden kann.

Uta Baum, UKH

BDSL Logopädie

Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik

Sprache und Inklusion als Chance?!

Expertise und Innovation für Kita, Schule und Praxis
Tagungen und Kongresse: 15.09.2016 bis 17.09.2016
Vom 15. bis zum 17. September 2016 findet der 32. Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs) in Hannover statt. Der diesjährige Kongress steht unter dem Motto “Sprache und Inklusion als Chance?! Expertise, Interdisziplinarität und Innovation für Kita, Schule und Praxis”.
Veranstaltungsort: Leibniz Universität Hannover

Veranstalter: dgs (Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V.)

Kontakt: jkaftan@eventlab.org

Homepage: dgs-bundeskongress.de

BDSL Logopädie