Alle Beiträge von verwalter-bdsl

Fotowettbewerb

— Achtung: noch bis 1. Juli 2020 —

Der Arbeitskreis Berufsgesetz (AK) verfolgt das Ziel die hochschulische Ausbildung in der Logopädie/ Sprachtherapie in einem neuen Berufsgesetz noch in dieser Legislaturperiode (Ende 09/2021) durchzusetzen.
Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen hat der AK für 2020 unterschiedliche Aktionen geplant, die aufgrund der Pandemie nicht in der geplanten Weise umgesetzt werden können. Daher kommt digitalen Aktionen eine besondere Bedeutung zu. Mit Hilfe eines Fotowettbewerbs will der AK seine Forderungen digital sichtbar machen.

Der Fotowettbewerb soll folgendes verdeutlichen:

  • Stand der hochschulischen Ausbildung in der Logopädie/Sprachtherapie
  • Forderungender zukünftigen Berufsangehörigen
  • Hochschulische Ausbildung JETZT!
  • Gemeinsames Berufsgesetz für alle Berufsgruppen im Bereich Logopädie/Sprachtherapie

Wie könnten Fotos gestaltet werden?
Die Fotos sollten die Botschaft „Hochschulische Ausbildung für die Logopädie/Sprachtherapie JETZT!“ vermitteln. Geeignet sind Selfies von Einzelpersonen oder mehreren Personen mit einem Smartphone. Zur Visualisierung können Bachelorhüte, selbst gemalte Schilder (mit Schrift oder Symbolen) und vieles andere
mehr eingesetzt werden. Je vielfältiger die Ideen umso besser.

Wer kann teilnehmen?
Alle Studierenden der Logopädie/Sprachtherapie an Berufsfachschulen und (Fach)Hochschulen sind aufgerufen an dieser Aktion teilzunehmen.
Was kann man gewinnen?
Die besten Fotos werden auf der Webseite des Arbeitskreises „www.arbeitskreis-berufsgesetz.de“ eingestellt.
Geplant ist zunächst eine Deutschlandkarte zur Visualisierung von Ausbildungsstandorten/Studiengängen mit den jeweils ausgewählten Fotos sowie Angabe von Namen der/s Studierenden, Ausbildungsort/Studiengang.

Wo und wie kann man sich bewerben?
Alle Bewerberinnen schicken ihre Fotos unter Angabe ihres Namens, Ausbildungsortes/ Studiengangs bis zum 1.Juli 2020 per Mail (Betreff: Fotowettbewerb des AK) an Dietlinde Schrey-Dern, Sprecherin des Arbeitskreises: info@arbeitskreis-berufsgesetz.de. Mit der Bewerbung erklären Sie als Rechteinhaberin gleichzeitig ihr Einverständnis zur unentgeltlichen Nutzung der/s Fotos für die Öffentlichkeitsarbeit des AK Berufsgesetz , d.h. der Veröffentlichung auf der Website „www.arbeitskreis.-berufsgesetzt.de“, der Nutzung auf den Social-Media-Kanälen, der Pressearbeit sowie gedruckten Publikationen des AK Berufsgesetz.
Die Auswahl der Bilder wird voraussichtlich bis 31.7.2020 von Mitgliedern des AK getroffen.

Dietlinde Schrey-Dern
(Sprecherin des Arbeitskreises Berufsgesetz)

Download: Fotowettbewerb

Kiefergelenk und Kaustörungen

Motzko, M., Weinert, M. und Albrecht, U. (2019). Kiefergelenk und Kaustörungen. Ein multidisziplinäres Praxisbuch. Springer Verlag. 193 Seiten.

In Zeiten, in denen manuelle Behandlungsansätze fachübergreifend gelehrt und evidenzbasierte Therapien gefordert werden, sind Fachbücher mit multidisziplinärem Ansatz von größtem Interesse. Das hier vorliegende eBook „Kiefergelenk und Kaustörung. Ein multidisziplinäres Praxisbuch.“, herausgegeben von Manuela Motzko, Melanie Weinert und Ulrike Albrecht (2019) vereint Beiträge von insgesamt elf Autorinnen und Autoren aus Zahnmedizin, Pflegeforschung, Physiotherapie, Osteopathie sowie Sprachtherapie. Auf insgesamt 193 Seiten wird in fünf Kapiteln auf die Entwicklung des Kauens, die Anatomie der am Kauen beteiligten Strukturen, deren funktionale Zusammenhänge, Pathologien und Funktionseinschränkungen sowie auf therapeutische Interventionsmaßnahmen eingegangen. Den Abschluss bildet ein Sachverzeichnis.
Den Herausgeberinnen war es ein Anliegen, „einen breiten Blick in die unterschiedlichen therapeutischen Maßnahmen“ (S. 5) zu geben, um eine fachübergreifende Behandlung von Patienten mit Kiefergelenks- und Kaustörungen anzuregen. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen der Autorinnen und Autoren ermöglichen einen ganzheitlichen Überblick. Dieser umfasst einerseits Grundlagen in diesem speziellen Bereich und zeigt andererseits auch mögliche Probleme durch beispielsweise Alterungsprozesse, kieferorthopädische Behandlungen oder Stress, um nur einige zu nennen, auf. Zur Veranschaulichung werden Abbildungen in Form von Schemata und Fotos genutzt. Allerdings erscheinen diese häufig erst deutlich weiter hinter der Erwähnung im Text, wodurch sich ihr Nutzen reduziert. Tabellen dienen der übersichtlichen Zusammenfassung, z.B. im Bereich der Anamneseerhebung und zur Auflistung der Interventionsmaßnahmen. Am Ende der einzelnen Kapitel werden weiterführende Literaturangaben gemacht.
Aus therapeutischer Sicht sind meines Erachtens die ersten vier Kapitel sehr interessant, da hier die Thematik umfangreich, anspruchsvoll und aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln beleuchtet wird. Wünschenswert wäre hier jedoch, wenn es eine Übereinstimmung zwischen den verschiedenen Autorinnen und Autoren gäbe. So sprechen sich die einen ausdrücklich für die Begrifflichkeit „Zunge in Schwebe“ aus und begründen nachvollziehbar, warum „Zunge am Platz“ bei Patienten unerwünschte Effekte hervorrufen kann. An anderer Stelle liest man dann wieder von der alt bekannten „Zungenruhelage“. Das letzte und damit fünfte Kapitel empfand ich zudem als sehr heterogen. Zu Beginn erfährt man sehr viel über das physiotherapeutische Behandlungsspektrum im Allgemeinen, jedoch fehlt mir hier überwiegend der konkrete Bezug zur Thematik. Wahrscheinlich könnte man diese Abhandlung auch in einem anderen Fachbuch mit anderer Thematik ganz ähnlich abdrucken. Anschließend wird auf das Konzept der Basalen Stimulation eingegangen, wobei ich hier vor allem den Schreibstil (z.B. „wir“, „uns“) und den Aufbau als verbesserungsfähig empfinde. Zwar illustrieren die Autoren diesen Bereich mit Patientenbeispielen, dies allerdings in einer etwas unübersichtlichen, sprunghaften Art und Weise. Diesem Abschnitt folgt der Fachbereich Logopädie. Hier geben sich die Autorinnen große Mühe, Übungen konkret zu verschriftlichen. Leider fehlen in dieser Sammlung sämtliche wissenschaftlichen Belege zur Wirksamkeit der aufgeführten Maßnahmen. Der Auflistung möglicher Behandlungskonzepte fehlen ebenso die Quellenangaben. Zudem werden keine Bezugsquellen oder Herstellerangaben für die einzelnen, vorgeschlagenen Therapiematerialien gemacht. Wer sich dafür interessiert, muss selber recherchieren. Der Bereich des K-Tapings beginnt wie der Bereich Physiotherapie sehr allgemein mit Erklärungen über das K-Taping an sich. Hier wird im Verlauf jedoch spezifischer auf die Behandlungsmöglichkeiten bei Kiefergelenks- und Kauproblematiken eingegangen. Evidenzen fehlen auch hier. Abschließend erfolgt eine Vorstellung verschiedener Schienen und der daraus resultierenden zahnmedizinischen Behandlung. Dies stellt aus meiner Sicht einen kleinen Höhepunkt in diesem Kapitel dar.
Obwohl durch das Buch die fachübergreifende Zusammenarbeit angeregt werden soll, finden sich nur in ganz wenigen Abschnitten Hinweise für derlei Möglichkeiten bzw. werden Grenzen des eigenen Fachbereichs genannt. Vorbildlich sind hierbei vor allem die Sprachtherapeutinnen. Ein fachübergreifend diskutiertes Patientenbeispiel oder eine solche Behandlungsplanung wäre sehr interessant gewesen und hätte das Buch hervorragend abgerundet.
Zu kritisieren sind die oftmals fehlenden Quellenangaben im Text, wobei dies auf einige Autorinnen und Autoren bzw. Kapitel mehr zutrifft als auf andere. Da auch Ärzte und Krankenkassenvertreter zunehmend die Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen hinterfragen, empfinde ich dieses Fehlen als absoluten Mangel, der in einem neu erschienenen Fachbuch nicht vorkommen sollte. Da hilft es auch nicht, als Quelle oder weiterführende Literatur am Kapitelende ein paar in die Jahre gekommene Übersichtswerke aufzulisten. Beim aufmerksamen Lesen fallen zudem noch viele Flüchtigkeitsfehler auf: fehlende Buchstaben, falsch benannte Abbildungen, Deklinationsfehler usw. Diese Flüchtigkeitsfehler ziehen sich leider durch viele Teile des Buches und lassen dadurch eine gewisse Sorgfalt vermissen. Das ist schade für all jene Autorinnen und Autoren, die diesem Buch einen wunderbaren, sorgfältig verfassten Beitrag beigesteuert haben.
Hinsichtlich einer Lese- oder Kaufempfehlung bin ich daher geteilter Meinung. Das Buch hat durchaus ein sehr großes Potenzial, weil es inhaltlich überwiegend lesenswert und lehrreich ist. Allerdings würde ich mir eine Überarbeitung und Ergänzung dringend wünschen.

Rezensentin: Melanie Hapke (Logopädin (M.Sc.) in Pulmologie, Neurologie und Geriatrie, Referentin und Prüfungsmitarbeiterin)

Kiefergelenk und Kaustörungen

Diagnostik von Sprach- und Kommunikationsstörungen im Kindesalter

Spreer, M. (2018). Diagnostik von Sprach- und Kommunikationsstörungen im Kindesalter. Methoden und Verfahren. 302 Seiten. Ernst Reinhardt Verlag.

In seinem Lehrbuch bietet Markus Spreer Logopädinnen, Sprachtherapeutinnen und Sprachheilpädagoginnen einen umfassenden Überblick über die Diagnostik von Sprach- und Kommunikationsstörungen im Kindesalter. Basierend auf dem aktuellen Erkenntnisstand deckt er eine Bandbreite von sprachlichen Beeinträchtigungen ab und geht dabei auch auf bisher weniger beschriebene Bereiche, wie Früherfassung sprachlicher Fähigkeiten oder Sprachdiagnostik bei Mehrsprachigkeit, ein. In den einführenden drei Kapiteln werden verständlich die Grundlagen des diagnostischen Handelns gelegt, das diagnostische Vorgehen in unterschiedlichen Kontexten beschrieben, wie inklusive Schule oder sprachtherapeutische Praxis, sowie die gängigsten Methoden der Sprachdiagnostik und deren Anwendungsmöglichkeiten erläutert. Im weiteren Verlauf wird systematisch auf die Spezifika der Diagnostik in den einzelnen sprachlichen Bereichen, wie Aussprache, Grammatik, Wortschatz und Wortfindung, Sprachverständnis, Pragmatik, Redefluss, Schriftsprache und Stimme, eingegangen. Dabei wird die Entwicklung der jeweiligen Fähigkeiten beschrieben, auf die Prinzipien und Methodologie der Diagnostik eingegangen und diagnostische Verfahren genannt. An dieser Stelle ist die zum Werk gehörige Online-Datenbank hervorzuheben, die den registrierten Leserinnen und Lesern eine gezielte Suche nach dem geeigneten Diagnoseverfahren ermöglicht. Besonders hilfreich ist auch die tabellarische Übersicht der aktuellen diagnostischen Verfahren mit Angabe der Zielgruppe am Ende des Buches. Der Mehrwert des Werkes wird durch weitere Kapitel noch deutlicher, in denen auf Themenbereiche, wie etwa Diagnostik der Sprache als Teil der Gesamtentwicklung oder Diagnostik im Bereich der unterstützen Kommunikation eingegangen wird.

Der Autor hat es sich zum Ziel gesetzt, trotz der hohen Komplexität dieses Themas einen umfassenden Überblick zu Diagnostik im Bereich Sprache und Kommunikation zu geben. Diesem Anspruch wird die Publikation gerecht. Sie kann als umfassendes, systematisches Lehrbuch verstanden werden, von dem sowohl Studierende und Dozierende, als auch Personen, die in der Praxis tätig sind, profitieren können, wenn sie sich bei der Auswahl der geeigneten diagnostischen Methode an dem aktuellen Erkenntnisstand der Wissenschaft orientieren wollen.

Rezensentin: Frau Prof. Dr. phil. Marianna Hricová
Wissenschaftliche Studiengangsleitung Logopädie an der FHM Bamberg

BDSL Logopädie

Therapie funktioneller Stimmstörungen

Brügge, Walburga & Mohs, Katherina (2014): Therapie funktioneller Stimmstörungen, Übungssammlung zu Körper, Atmung, Stimme. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag.186 Seiten für 24,90 Euro

Ich fand den Aufbau des Buches sehr übersichtlich und strukturiert, was mir den Umgang damit, speziell die schnelle Suche nach geeigneten Übungen erleichterte. Dabei waren besonders die grün markierten Felder mit den Therapiezielen hilfreich. Insgesamt fand ich die Gestaltung gelungen, da ich jedoch ein eher visueller Typ bin, wäre mir eine vielfältigere Farbgestaltungen lieber gewesen. Die Übungsbeschreibungen empfinde ich als klar und verständlich, die Zeichnungen als sehr hilfreich, da diese schön schlicht gehalten sind und die Zielposition/-bewegung sehr gut verdeutlichen. Das macht den Einsatz des Buches in meinen Augen besonders in kurzfristigen Therapieplanungen wirklich nützlich. Die Übung auf S. 70 in der Abb. 16 b ist für mich und viele meiner Logopäden-Kolleginnen, mit denen ich gesprochen habe, aufgrund der eigenen Körperstatur oder der des Patienten nicht möglich durchzuführen. Darüber hinaus wurde sie von meinem Patienten als unangenehm empfunden. Der Teil x. „Übertrag in den Alltag“ kommt meiner Meinung nach etwas zu kurz, zumal die Transferleistung oftmals der entscheidende und schwierigste Teil in einer Therapie ist. Insgesamt finde ich es eine sehr gelungenes Buch!

Rezension von Marianne Hagen (Logopädin B.A.)
Lehrlogopädin Fachbereich Stimme am Institut „Die Schule“ in Bochum

BDSL Logopädie

Bündnis Therapieberufe

Das Netzwerk, das seit Anfang dieses Jahres zusammenarbeitet hat sich offiziell am 25.11.19 den Namen „Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen“ gegeben. Das Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen beinhaltet die größten und relevantesten Berufs- und Ausbildungsverbände der Therapieberufe Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie und repräsentiert über 130.000 Ausübende und Auszubildende sowie die führenden Zusammenschlüsse der Hoch- und Berufsfachschulen.

Um den zukünftigen Herausforderungen, wie dem demographischen Wandel, der Zunahme psychischer und neurologischer Erkrankungen sowie dem Fachkräftemangel zu begegnen und die hochwertigen Standards unseres Gesundheitssystems zu erhalten, muss eine grundlegende Ausbildungsreform der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie umgesetzt werden.

Alle maßgeblichen Branchenverbände sind sich einig und sprechen mit einer Stimme: Eine vollständig hochschulische Berufsausbildung dieser Therapieberufe ist alternativlos.
Nur so können die Gesundheitsversorgung von morgen nachhaltig interdisziplinär und evidenzbasiert gestaltet und die Therapeuten und Therapeutinnen adäquat auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet werden.

Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden.

Im Anhang finden Sie das Positionspapier des Bündnisses Therapieberufe an die Hochschulen sowie die erste Pressemitteilung. Beide Dokumente werden aktuell in einer Mailingaktion an gesundheits- und hochschulpolitische Institutionen sowie Parteien auf der Bundesebene versandt und werden auch noch weiter versendet werden (z.B. Bundestag/gesundheitl./bildungs-bzw. hochschulpolitische Fachausschüsse, Bundesrat/ebenfalls die entsprechenden Fachausschüsse). Gerne können Sie das Positionspapier und die Pressemitteilung an Interessierte weiterleiten.

Bernhard Borgetto
Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe e.V., 1. Vorsitzender
Weiter zur Website

Download
Positionspapier
Pressemitteilung

BDSL Logopädie

Kindliche Hörstörungen in der Logopädie

Bianca Wachtlin, Andrea Bohnert (2018): Kindliche Hörstörungen in der Logopädie, Georg Thieme Verlag KG

Ein Buch, das bemerkenswert umfassend zu mehr als der sprachlichen Seite einer kindlichen Hörstörung informiert und zur Logopädie und Beratung von Eltern hinführt. Besonders das Thema Implantatversorgung und logopädische Therapie bietet wertvolles Wissen zu einem Gebiet, das in manchen Therapiepraxen nur einen geringen Teil der Patienten betrifft.
Wer ein Buch sucht, das zu verschiedenen Aspekten der Behandlung kindlicher Hörschädigung informiert, wird hier in beeindruckender Form fündig.Der Inhalt bietet nach Anatomie und Physiologie des Hörens sowie der Darstellung der Sprachentwicklung im hörgeschädigten Kontext viel weiteres Wissen. Hervorzuheben ist dabei die Beschreibung aktueller audiologischer Diagnostik, der Hörgeräte/-Implantatversorgung und ebenso ein Überblick über geeignete logopädische Tests.
Das Erfahrungs- und Fachwissen der Autorinnen aus den zwei Disziplinen Audiologie und Logopädie bietet Fachlesern sowie interessierten Eltern Informationen zu folgenden Themen: Versorgung mit Hörsystemen, verschiedene Hörgerätetypen, Implantatsysteme, sowie deren Anpassung durch Hörgeräteakustiker oder Audiologen; mehrere logopädische Therapieansätze zur Behandlung kindlicher Hörstörungen und orientierende Angaben zu dem Zusammenhang der Hörgeräte- bzw. Implantatversorgung und der auf Erfahrung basierenden zu erwartenden sprachlichen Entwicklung.
Positiv ist für mich die gute Gliederung, die schnelles Nachschlagen zu einzelnen Themen nachträglich erleichtert. Sinnvoll ist der Hinweis auf die Vielfalt der technischen Systeme bei Implantatversorgung, ratsuchende Eltern können so informierter die Entscheidung über die Hörqualität ihres Kindes treffen.Praxisorientiert sind die Fallbeispiele zu günstigem und ungünstigem Umgang mit Hörgeräten, sowie Fallbeispiele zu sprachlichen Störungsbildern.
Angesichts der Häufigkeit von kindlichen Hörschädigungen ist es wichtig, Eltern und Kinder nicht nur gut logopädisch behandeln zu können, sondern eine Beratung der Eltern und die Anregung zu fachlichem Austausch mit den benachbarten Fachleuten ist von Bedeutung.Den Autorinnen ist es ein Anliegen, vielfältig über die technische sowie logopädische Entwicklung zu informieren, damit wirkungsvolle kindliche Therapie und individuelle technische Ausstattung erfolgen können.

Lisa Richemeier (Logopädin mit verschiedenen Tätigkeitsschwerpunkten in freien Praxen)

Zirkeltraining für die Stimme

Knuth, M. (2018): Zirkeltraining für die Stimme. Lehrer und Trainerband sowie Übungsheft Sprechstimme. Idstein. Schulz-Kirchner-Verlag.

Matthias Knuth, staatlich geprüfter Gesangslehrer, funktionaler Stimmbildner und Dozent für Stimmbildung, entwickelte, angeregt durch die Fragen und Rückmeldungen der Teilnehmer seiner Seminare, ein funktionales Stimmschulungskonzept, welches sich an Behandler (Lehrer- und Trainerband) und Klienten (Übungsheft) gleichermaßen wendet.Der Trainerband (210 Seiten A5) ist in die drei Teile: „Grundlagen“, „Anregungen für den Gruppenunterricht“ und „Kommentare zum Übungsteil“ untergliedert.Im Grundlagenteil beschäftigt sich der Autor in 23 Kapiteln auf 110 Seiten ausführlich mit der Funktionalität der Stimmgebung. Themen wie der Einfluss der Primärfunktionen der Stimmorgane auf die Phonation, die Doppelventilfunktion, die wechselseitige Beeinflussung zwischen größeren Muskelgruppen (Muskelschlingen) und der Muskulatur des Phonationsbereiches (Spannungsketten), die Stimmregister oder der Einsatz bestimmter Reflexe und Bewegungsprinzipien werden in logischer Abfolge behandelt und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bereichen immer wieder herausgestellt. Die Anwenderverbundenheit des Autors zeigt sich beispielsweise im Kapitel „Was soll eine geschulte Stimme können“, in dem tabellarisch stimmbildnerische Themen und Ziele so dargestellt werden, dass dem Leser eine Übertragung auf eigene Therapieprozesse ermöglicht wird. Mit Betrachtungen zur Atmung, bei denen der Autor auf die Bedeutung der Stütze und des Abspannens, auch im Kontext des populären, aber „grenzwissenschaftlich(en)“ (ebd., 128) Konzeptes der Atemtypenlehre nach Wilk, verweist, endet der Grundlagenteil.Teil zwei ist mit nur vier Seiten deutlich kürzer als der erste. Der Autor bietet darin Möglichkeiten zur Übungsdurchführung in der Gruppe an. Der intentionale Aspekt des miteinander Sprechens steht dabei im Vordergrund, eine explizite Formulierung der Übungsziele wie in den folgenden Kommentaren zum Übungsteil erfolgt nicht.Als Ergänzung zum separaten Übungsheft findet der Leser im dritten Teil des Buches die Kommentare zu selbigem. Während die Anleitung der 18 Stationen und 8 Kombinationen im Übungsheft (80 Seiten A4) für Klienten konzipiert wurde und deshalb nur kurze Zielformulierungen, verständliche Übungsanleitungen und das dazugehörende Übungsmaterial (Silben, Wörter, Texte, …) enthält, werden im Lehrer- und Trainerband noch weitere Details beschrieben. In einer immer gleichen inhaltlichen und formalen Vorgehensweise präzisiert der Autor an dieser Stelle die Übungsziele und passt diese somit dem Wissen der Fachleser an. Außerdem benennt er Variationen für die Durchführung und gibt unter „Hinweise“ Informationen zur Anatomie/ Physiologie oder zu weiteren Umsetzungsmöglichkeiten. Hilfreich ist auch, dass der Leser bei Bedarf den Verweisen auf ausführliche Beschreibungen im Grundlagenteil folgen kann.„Zirkeltraining für die Stimme“ von Mathias Knuth ist eine Bereicherung für alle, die sich intensiv mit den physiologisch/ anatomischen Grundlagen der funktionalen Stimmgebung beschäftigen wollen und gleichzeitig nach geeigneten Umsetzungsmöglichkeiten suchen. Durch eine am Leser orientierte, fachlich fundierte, aber verständliche Sprache, durch Abbildungen, Hervorhebungen und v.a. eine Vielzahl von Übersichtstabellen wird das Verstehen der theoretischen Inhalte gewährleistet. Die Ausführlichkeit des Grundlagenteils erlaubt auch ein Maß an Redundanz, welches die Aufnahme der Informationen zusätzlich unterstützt. Die Angabe der herangezogenen Quellen in der Fußzeile ermöglicht einen schnellen Überblick darüber, welche Autoren/ Titel Knuth seinen Ausführungen zu Grunde legt. Das Übungsheft bietet Behandlern, die ihre Arbeit eng am Übungsteil des Autors ausrichten, die Möglichkeit, dem Patienten/ Klienten eine übersichtliche und systematische Grundlage für das häusliche Üben zur Verfügung zu stellen und somit das Arbeiten in der Therapie/ Stimmbildung effektiv zu unterstützen. Der Preis von 21,00 Euro erscheint dafür angemessen. Möglicherweise können die kurzen, zumeist verständlichen und eindeutigen Formulierungen des Autors durch spezifische Begriffe/ Durchführungshinweise aus der spezifischen Arbeitsbeziehung noch ergänzt und konkretisiert werden. Da die Übungsanweisungen des Übungsheftes im Lehrer- und Trainerband nicht noch einmal abgebildet sind, sondern nur durch Variationen und Hinweise ergänzt werden, ist der Kauf von Buch und Übungsheft empfehlenswert.

Jana Post, Lehrlogopädin am Ausbildungszentrum für Gesundheitsfachberufe des Universitätsklinikums Halle (Saale)