es wird noch einmal spannend zum Thema vollständige hochschulische Ausbildung der Therapieberufe …
Bitte unterstützt die Petition auf der Seite des Bündnisses „Therapieberufe an die Hochschule“ und nutzt Eure/Ihre Netzwerke für die Verbreitung: Petition – Bündnis Therapieberufe (buendnis-therapieberufe.de)
Auf der Bündnis-Seite gibt es auch eine Plakataktion: in 30 Sekunden kann man dort ein Foto-Plakat erstellen und sich selbst als Unterstützter*in ein Gesicht geben (s. unten)!
Der BDSL setzt sich im Gefüge dieser Diskussion für die Einbeziehung der Schulen in den Aufbau der Akademisierung ein. Wir fordern dualintegrative primärqualifizierende Studiengänge, die mit den Schulen zusammen eine neue Konzeption auf Hochschulebene erwirken. Wir werben für dieses Konzept und für eine Übergangsphase von 10 bis 15 Jahren. Die Positionspapiere bzw. Statements dazu finden Sie unter www.BDSL-ev.de. Wir würden uns freuen, wenn Sie/Ihr diese Informationen breiträumig an die Schüler und andere Akteure Ihres/Eures Netzwerkes weitergebt.
Knels, C. (2018): Sprache und Ernährung bei Demenz. Klinik, Diagnostik und Therapie. Thieme Verlag. 178 Seiten.
Im Fachbuch „Sprache und Ernährung bei
Demenz. Klinik, Diagnostik und Therapie“ von Knels (2018) liegt der Fokus im
Bereich des Grundlagenwissens. Die Autorin vermittelt dabei sowohl
theoretisches als auch praktisches Wissen und bleibt dadurch praxisnah.
Inhaltlich umfasst das Buch die
allgemeine Symptomatik von Demenz und mit Demenz einhergehenden Einschränkungen
der Kognition, der Kommunikation und der Ernährung. Abgrenzend dazu wird auch
das normale Altern und seine Auswirkungen in den o.g. Bereichen dargestellt,
beispielsweise der Kalorienbedarf im Alter und in Abhängigkeit von
verschiedenen Konditionen. Diagnostische Möglichkeiten werden sowohl für den
Bereich Kognition als auch für den Bereich der Sprache genannt und z.T. mit
Patientenbeispielen versehen. Bei den gängigen Sprachtests wird explizit Bezug
auf die Anwendbarkeit und Interpretation beim Vorliegen einer Demenz genommen.
Schließlich geht die Autorin auch auf Therapieoptionen im Bereich Sprache ein.
Hierbei gibt sie einen soliden Überblick über das Setting, Voraussetzungen in
der Therapie und an die Behandelnden, Behandlungsansätze sowie über die
speziellen Bedürfnisse dieser Klientel. Hervorgehoben werden eine
interdisziplinäre Herangehensweise, der Beziehungsaspekt in der Behandlung und
die Biografiearbeit. Auch hier geben diverse Praxistipps einen Einblick und
Hilfestellung für den Umgang mit Betroffenen sowie ihren Angehörigen.
Hinsichtlich der Ernährung bei Demenz erfolgt eine ganzheitliche Betrachtung
der Veränderungen und Herausforderungen durch die Erkrankung. Diese ist eine
Einladung, über den Tellerrand der funktionellen Dysphagiebefundung und
-behandlung hinaus zu denken und zu handeln.
Insgesamt hat die Autorin ein sehr
lesenswertes Fachbuch geschaffen, das viele Möglichkeiten aufzeigt, sich in die
herausfordernde Thematik „Logopädie bei Demenz“ zu vertiefen. Meiner Meinung
nach finden auch Erfahrenere neue Impulse, zusätzliche Tipps und Bestätigungen
eines Handelns, welches oft vielleicht mehr auf Intuition als auf
wissenschaftlichem Fundament basiert. Beim Nachschlagen findet man schnell zur
relevanten Stelle. Besonders gut gefallen haben mir Hinweise bezüglich
fehlender Sinnhaftigkeit bei verschiedenen, allgemein bekannten und gern
eingeforderten Maßnahmen, wie z.B. einzelner Tests oder Übungen ab einem
bestimmten Schweregrad der Demenz. Dadurch entsteht jedoch keinesfalls der
Eindruck, eine Befunderhebung oder Behandlung wäre grundsätzlich nicht mehr
indiziert oder nicht mehr möglich. Frau Knels spricht sich alternativ z.B.
dafür aus, Betroffene in ihrer Lebenssituation zu beobachten und daraus
Therapieziele, Beratungsbedarfe und Ressourcen abzuleiten. Auch die Biografie-
und Angehörigenarbeit hebt sie wiederholt hervor. Dies passt sehr gut zu meinen
eigenen Erfahrungen. Ich empfehle dieses Buch sehr gern sowohl angehenden als
auch berufserfahrenen Therapierenden.
Rezensentin: Melanie Hapke (Logopädin (M.Sc.) in Pulmologie, Neurologie und Geriatrie, Referentin und Prüfungsmitarbeiterin)
Akademisierung der Therapieberufe kommt im Ländle nur langsam voran
In Baden-Württemberg ist ein Studium bei Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden nach wie vor die Ausnahme. Das Land strebt zwar eine Quote von 10 bis 20 Prozent an – doch es fehlen klare Rahmenvorgaben seitens des Bundes. Von Florian Staeck, Ärztezeitung
Start der Offensive: „Jetzt Schulgeldfreiheit für Therapieberufe auch in Baden-Württemberg“ Das Verbändebündnis „Schulgeldfreiheit in Gesundheitsberufen wie versprochen jetzt umsetzen!“, welches aus Berufs- und Schulverbänden der Physio- und Ergotherapie sowie der Podologie, Diätassistenz und Logopädie besteht, fordert aus aktuellem Anlass mit Nachdruck die Landesregierung von Baden-Württemberg auf, die Schulgeldfreiheit umzusetzen.Anlass der am 16.11.2021 per Offenem Brief, Pressemitteilung und Social Media-Beiträgen gestarteten Offensive war die Bekanntgabe der Haushaltsplanung. In dieser wird mit 4,5 mio Euro eine deutlich geringere Summe für dieses Thema avisiert als in Vorgesprächen von Politikern benannt. Damit wird die Landesregierung dem im Koalitionsvertrag 2021 geäußerten Versprechen, die Schulgeldfreiheit umzusetzen, nicht gerecht.
Film ab und… hä?! Eine Materialerstellung zur Videounterstützung in der Therapie der Sprachverstehenskontrolle für die Erarbeitung von Nachfragestrategien basierend auf „Module zur Entwicklung von Sprachverstehenskontrolle“ von Schmitz und Diem.
Autorinnen: Jana Feldmann-Bethe und Fenja Ressel
Weitere Preisträger*innen gab es nicht. Aber diese Arbeit hat die Jury komplett überzeugt.
Wahlprüfsteine an die Parteien Am 26. September 2021 wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. In der anstehenden Legislaturperiode müssen wichtige Entscheidungen in der Wissenschafts- und Hochschulpolitik fallen: Artikel 91b des Grundgesetzes muss endlich mit Leben gefüllt werden, die Digitalisierung in der Wissenschaft muss weiter vorangetrieben werden und die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft insbesondere für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen müssen verbessert werden.
Die Antworten der Parteien Hier besonders interessent: Frage 4: Akademisierung von Gesundheitsberufen
Die Neustart! Zukunftsagenda – für Gesundheit, Partizipation und Gemeinwohl
Die Initiative „Neustart! Reformwerkstatt für unser Gesundheitswesen“ der Robert Bosch Stiftung hat Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland in den Mittelpunkt einer mehr als zweijährigen Reformdebatte über das deutsche Gesundheitswesen gestellt.
Steiner, J. (2021). Innovative Beratung in der Logopädie. Handreichungen für die Praxis. Schulz-Kirchner Verlag. 196 Seiten.
Das Buch „Innovative Beratung in der
Logopädie“ umfasst 11 Beiträge von 12 Autor*innen. Den größten Anteil nehmen
dabei die fünf Artikel zur „Grundlegung“ im A-Teil ein. Mit Beharrlichkeit wird
deutlich gemacht, dass Beratung im logopädischen Alltag – im Kontext der
ICF-basierten Betrachtung der Lebenszusammenhänge von Patient*innen, eines
gleichrangigen Miteinanders (Shared Decision Making) sowie einer steigenden
Komplexität und Interdisziplinarität – als „obligater Teil“ (Steiner, 34)
angesehen werden muss. Die Leser*in findet nicht nur Wissen zu
Beratungssettings und -modellen, systemischen Haltungen und Tools sowie
herausfordernden Beratungssituationen, sondern darüber hinaus bereits Ideen zur
Verknüpfung mit ihrem therapeutischen Alltag (Fallbeispiele oder Checklisten).
Die Beiträge „Sprachtherapeutische Beratung unter Berücksichtigung kultureller
Vielfalt und Translingualität“ sowie „Beratung trifft Online-Coaching trifft Logopädie
[…]“ verdeutlichen den Innovationsanspruch des Buches, da sie die Themen
Migration und Digitalisierung/ Onlinetätigkeit aufgreifen, die
gesellschaftspolitisch aktuell hohe Relevanz besitzen.
Im B-Teil folgen weitere fünf Beiträge,
die den Blick auf Beratungssettings in konkreten logopädischen Arbeitsfeldern
(z.B. Frühtherapie, LRS-Therapie, Videoarbeit) richten. Beim Lesen dieser
Artikel werden erneut Aspekte aus den Grundlegungen des A- Teils aufgegriffen.
So findet beispielsweise im Artikel von K. Hirsch zur „LRS- Therapie bei
Kindern und Jugendlichen […]“ die LFST (Lösungsorientierte Sprachtherapie)
Erwähnung, die in enger Verbindung zu den grundlegenden „Eckpunkten der
systemisch ausgerichteten Beratungspraxis in der Logopädie“ von J. Steiner steht.
Die Fokussierung der Beratungstätigkeit lässt bekannte Methoden wie die
Videoarbeit/-analyse im Kontext der Sprachentwicklungstherapie noch einmal in
einem anderen, einem stark ressourcen- orientierten Licht erscheinen.
Den Abschluss bildet der Artikel von G.
Newesely im C-Teil zum Thema „Schriftliche Formen der Kooperation“, in dem er
auf das Verfassen von Berichten und Gutachten eingeht und damit auch noch
einmal die Schriftsprache und ihre Bedeutung im logopädischen
Behandlungsprozess ins Visier nimmt.
Das Buch besticht von Anfang an durch
eine klare inhaltliche Struktur, eine fachlich anspruchsvolle und trotzdem gut
verständliche Sprache sowie durch konkrete Überträge allgemeiner
Beratungsgrundsätze in das logopädische Handlungsfeld. Auch die formale
Gestaltung unterstützt den Lesefluss durch gelegentliche Hervorhebungen sowie
Tabellen und Abbildungen (tw. leider sehr klein abgedruckt), verzichtet aber
auf ein Überladen mit Zusammenfassungen, Markierungen und Fettdrucken.
Absolut lesenswert für Therapeut*innen
mit wenig, aber auch mit viel Beratungserfahrung sowie für Lehrende, die dabei
helfen Gesprächskompetenzen von zukünftigen Logopäd*innen/
Sprachtherapeut*innen weiterzuentwickeln.
Rezensentin: Jana Post (Fachrichtung Logopädie am UKH Halle/Saale)
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